Curt Goetz (1888 – 1960)/ Arthur Müller, Max Dettwiler
Eine berühmte südamerikanische Sängerein ist gestorben. Fast gleichzeitig trifft bei der Familie Nägeli die Nachricht ein, eine längst vergessene Tante sei ebenfalls gestorben und hinterlasse ein beträchtliche Erbschaft. Dies wäre zu erhalten, wenn sich Vater und Tochter zur Unterzeichnung des Vertrages nach Montevideo begeben würden. Bei beiden verstobenen Frauen handelt es sich um dieselbe Person, nämlich die Schwester von Professor Nägeli. Auf Initiative ihres Bruders musste sie in jungen Jahren das Elternhausverlassen, weil sie ein Kind erwartet ohne verheiratet zu sein. Durch die Aussicht auf die Erbschaft wird die Moral des Professors auf die Probe gestellt: Soll er das sündhafte Vermögen annehmen, was seiner Familie mit den 12 Kindern aus der materiellen Not heraushelfen würde, sie aber gleichzeitig mit moralischer Schuld belastete? Ein überraschend guter Ausgang der Geschichte ist abzusehen.
Im Stück prallen zwei völlig ungleiche Welten aufeinander: Die kleibürgerliche, enge und von täglicher Existenzangst und der Moral geprägte Welt der Grossfamilie und die freie, unbekümmerte, grosszügige Atmosphäre unter den Menschen in Südamerika.