Robert Lamoureux

Der Romanschriftsteller mit einem durchschnittlichen Absatz von 39 Exemplaren am Bahnhofkiosk hockt über seinen Zeilen und ringt um bessere Gedanken. Der Teufel tritt herzu, verspricht ihm einen Literaturpreis, wenn er die fünf Frauen seines eben begonnenen Romans für die Hölle freigebe. Doch erst, als der Satan mit dem Nobelpreis für Literatur winkt und die Gesichter der neidischen Konkurrenz schildert, willigt der Schreiber ein. Seine Arbeit wird dadurch leichter, die Romanfiguren agieren mit gütiger Unterstützung der Hölle selbstständig, lustbetont und erfolgreich je einer Todsünde entgegen (Ehebruch, Vielmännerei, Mord, Unterschlagung, Zuhälterei) Der Schriftsteller protokolliert genüsslich das hektische Treiben im Büro von „Paris-Interim“, der Agentur für die Vermittlung von temporärem Sekretariatspersonal.

Dennoch steckt der Wurm im höllischen Planspiel. „Der grosse Wirrkopf“, wie Gott etwa genannt wird, hat nicht umsonst ein Heer von Heiligen um sich, welche mit allerlei Zeichen und Wundern die irdischen Geschöpfe vor dem Zugriff der Hölle bewahren. Diese gibt jedoch gibt nicht auf, sie hat nur eine Schlacht verloren.