Jan Drda

Im tschechischen Dalskabaty, einem verträumten Dorf, ist der alte Pfarrer gestorben. Er war ein guter Mensch. Die Hölle hat sich um seine Seele gerissen, der der Pfarrer liebte Blumen, hielt Hühner und betrieb die Bienenzucht statt die fromme Meditation zu leben.  Aber der Prozess ging für die Hölle verloren. Jetzt ärgern sich die Doktoren der Unterwelt. Zudem zeigt die Statistik, dass seit 10 Jahren keine Seele aus Dalskabaty in die Hölle gefahren ist. Für den Nachschub hätte der für das Dorf zuständige höllische Agent, der Dorfteufel, sorgen sollen. Der aber treibt sich wohl irgendwo herum, hat sich selbstständig gemacht und ist darum in Vergessenheit geraten. Grund genug für Luzifer, den Chef der –Hölle, seinen obersten Psychologen, Dr. phil. et theol. Ichturiel, nach „oben“ zu entsenden. Als neuer Pfarrer soll er das friedliche Dorf in ein sündiges Dalskabaty (Ehebruch, Mord, Diebstahl) verwandeln und den vergessenen Teufel in die Hölle zurückschaffen. Alle Pläne misslingen.

Drda (gest 1970) versucht, das Ringen von institutionalisierten Mächten wie Staat, Kirche, Ideologien um die Menschenseelen gleichnishaft dazustellen.