Schauspiel von Ödön von Horvath
Ferdinand Havlicek lebt, seit er sich erinnern kann, hier in seinem Land. Als Baby ist er mit seinen Eltern vom Nachbarland her eingereist. Sein Vater führt eine Drogerie, welche Havlicek später übernimmt. Die Konkurrenz der Apotheke vis à vis wird jedoch so gross, dass sein Laden Konkurs geht. Da er keine neue Arbeit findet, ist sein Erspartes bald aufgebraucht und Havlicek muss beim Sozialamt um Hilfe bitten. Ein neueres Gesetz besagt aber, dass nur Bürger des eigenen Landes vom Staat unterstützt werden. Da Havlicek in einem andern Staat geboren ist, wird er als unerwünschter Ausländer behandelt und in der Folge ausgewiesen. Da er sich weigert auszureisen, übergibt ihn ein braver Polizist dem Grenzorgan per Schub. „Er soll in seine Heimat zurück.“
Da steht er nun, der arme Kerl, heimatlos und unglücklich. Die Grenzorgane haben ihre eigenen Sorgen und Nöte und wollen sich nicht noch um die Sorgen anderer kümmern. Havlicek wird auf der Brücke zwischen den Ländergrenzen hin und her geschickt und dabei noch als Bote für verschiedene mehr oder weniger wichtige Nachrichten missbraucht. Seine Lage scheint vorerst aussichtslos…